Lehman Brothers Wandertage

the money my friend, is blowin´...

the money my friends, is blowin´ in the wind

von Axel Porsch | “Es reicht – wir wollen unser Geld zurück”. Geschädigte Anleger/Innen von Zertifikaten der US Investment Bank Lehman Brothers aus dem gesamten Bundesgebiet trafen sich am 15.09.09 um 14:30 Uhr vor dem Gebäude des Landgerichts Frankfurt am Main, Gerichtsstrasse 2, zur zentralen Demo. Von dort wanderte der Protestzug über die Shoppingmeile Zeil sowie Konstablerwache und Hauptwache zum ehemaligen Standort der deutschen Niederlassung von Lehman Brothers am Rathenauplatz.

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Auf dem Weg haben die Demonstranten vor den Filialen der Citibank, Dresdner Bank und Frankfurter Sparkasse sehr lautstark und umissverständlich ihrem Unmut und ihrer Frustration über die Geschäftspolitik der Geldinstitute Ausdruck verliehen.

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Am Rathenauplatz klärte ein Infomobil Öffentlichkeit und Pressevertreter über die aktuelle Situation und die Anliegen der Lehman-Geschädigten auf. Die Demonstration endete gegen 17 Uhr nach einer Abschlußveranstaltung und einer Pressekonferenz.

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Rechtsanwalt Klaus Nieding vertritt 900 Frankfurter Lehman-Geschädigte. Sein Resumé zum ersten Geburtstag der Finanzkrise: „Die Wut weicht mittlerweile dem Sarkasmus“

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Die New Yorker Lehman-Bank war im September 2008 in Insolvenz gegangen. Experten schätzen den von dem Institut hinterlassenen Schuldenberg auf 200 Milliarden US-Dollar. In meist noch nicht rechtskräftigen Gerichtsurteilen wurden in Deutschland namhafte Banken und Sparkassen zu Schadenersatz verpflichtet. Bundesweit gibt es vermutlich ca 40.000 Geschädigte.

«Die Lehman-Geschädigten verlangen weiterhin eine umfassende Rückabwicklung der Zertifikate als Konsequenz aus der weit verbreiteten Falschberatung durch die Banken», erklärte die Interessengemeinschaft der Lehman-Geschädigten in Deutschland. Sie kritisiert, dass sich Banken ihrer Verantwortung nicht stellten oder sich hinter Kulanzregelungen ohne Schuldanerkenntnis verschanzten. Auch die beschlossene Stärkung der Anlegerrechte ab dem kommenden Jahr helfe den bereits Geschädigten nicht. Die Kleinanleger werfen verschiedenen Banken vor, ihnen Lehman-Zertifikate wegen hoher Provisionen aufgeschwatzt zu haben.

Information zur Interessengemeinschaft: www.lehman-zertifikateschaden.biz

Die Lehman-Geschädigten aus Berlin und Umgebung trafen sich um 14:45 an der Nicolaikirche in Berlin-Spandau. Die Aufführung eines Theaterstückes mit dem Titel “My money is over the Ocean” war Ausdruck des Widerstandswillens der Lehman- und Bankberatungs-Geschädigten.

Die taz publizierte am 15.09. eine Sonderausgabe „Ein Jahr Lehman-Pleite: Alles Krise oder was?“


Zum ersten Jahrestag des desaströsen Scheiterns der Investmentbank Lehman Brothers haben auch in der Hansestadt Bremen geschädigte Anleger demonstriert. In der Innenstadt zogen Lehman-Opfer in einem „Trauerzug” zur Citibank und zur Bremer Bank. Besonders eifrig soll die Citibank in Bremen, Bremerhaven, Oldenburg und Delmenhorst die riskanten US-Papiere promotet und versilbert haben. Verbraucherschützer werfen diesen Banken vor, die hochriskanten Zertifikate im großen Stil an ihre Kunden verkauft zu haben. Unter den Geschädigten befinden sich besonders viele Rentner. „Sie wurden von ihren Anlageberatern über den Tisch gezogen”, sagen die Bremer Verbraucheranwälte Ahr und Ehlers. Den zumeist gutgläubigen, zu vertrauensseligen Bankkunden wurden die riskanten Lehman-Zertifikate als sichere Geldanlage verkauft, lautet der Vorwurf.

Hamburger besuchten die HaSpa am Reesendamm, die Citibank in der Rathausstrasse und die Dresdner Bank am Jungfernstieg. Um 15:30 fand eine Zusammenkunft auf dem Rathausmarkt statt.

1 Kommentar zu "Lehman Brothers Wandertage"

  1. Über Falschberatung oder ähnliche Themen könnt ihr euch auch bei falschberatung.de austauschen. Die Informisten Plattform ist ein europaweites, interaktives soziales Netzwerk, zum Austausch von Informationen und Erfahrungen zwischen Verbrauchern mit wirtschaftlichen und sozialen Schäden.

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