„Sage Nein, mein Kind…

Sage Nein mein Kind!Sage Nein mein Kind!

von Ricarda Jo Eidmann | „Sage nein mein Kind…und laß Dich nicht benutzen!” Kaum etwas bewegte in den letzten Wochen die Menschen in Deutschland mehr, als die immer häufiger in den Medien auftauchenden Berichte über Pädagogen und Pfaffen, die ihre pädophilen Neigungen und Obsessionen an Schülern, Schülerinnen – allesamt von ihnen abhängigen Kindern, Jugendlichen – auslebten.

Mich und meine Freunde hat dieses Thema sehr stark emotional berührt. Zusammen mit Frankfurter Künstlern und Produzenten haben wir uns zusammengetan und wollen nun ein Zeichen setzen. Wir fordern: aufzustehen, aufzuklären und Widerstand zu leisten.

Wir sagen nein – Wir sind gegen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Widerstand gegen die, die sich an ihnen Anvertrauten, Kindern, Jugendlichen, Menschen vergehen…

Widerstand gegen deren Vorgesetzte in Amt und Kirche, die Hinweise nicht deuten – wollen…

Widerstand gegen alle, die wegschauten, die diese Vergehen deckten oder dem Orkus des Vergessens überlassen wollen…

Ich hatte die Idee zu diesem Titel und schrieb den Text. Der Song wurde von Gabriel Groh komponiert und arrangiert.

Mit Ackermann, dem Sänger der Band Spielkind fanden wir einen stimmgewaltigen Interpreten für den Song „Sage nein, mein Kind”

„Sage nein, mein Kind…” soll den Betroffenen Mut machen, aufzustehen und denen, die sich an ihnen vergangen haben, ins Gesicht zu schreien.

„Sage nein, mein Kind…” soll davor bewahren, selbst zum Opfer zu werden.

Sage nein mein Kind
Ich lass mich nicht benutzen
Sage nein mein Kind
Ich lass mich nicht beschmutzen
Sage nein mein Kind
Mit mir machst du das nicht
Sage nein mein Kind
und sag´s ihm ins Gesicht.

Text und Idee: Ricarda Jo Eidmann
Komposition, Produktion: Art Of Tone Studio – Gabriel Groh
Gesang: Michael Ackermann
Background vocals: Susanne Kohnert

Der Song „Sage nein, mein Kind” wurde am Sonnabend im Frankfurter Art Of Tone Studio eingespielt und ab Mittwoch, den 31. März 2010 bei youtube.com veröffentlicht.
Der Song „Sage nein, mein Kind”
soll aber auch anregen, sich intensiv und nachhaltig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich freue mich auf Anmerkungen und Kommentare.

Bis dann, Eure Ricarda Jo Eidmann

10 Kommentare zu "„Sage Nein, mein Kind…"

  1. Ordentlich gemachte Musik, leider ein dümmlicher Text der an Populismus kaum zu überbieten ist. Pauschal alle Mitglieder einer Religionsgemeinschaft als Mittäter zu verurteilen ist genau die Art sträflicher Ignoranz die solche Taten erst möglich macht. Hier wird versucht auf dem Rücken der Opfer Kasse zu machen statt wirklich zu helfen. Und ob ein Sänger der bisher durch neonazistische Texte und Aufruf zur Gewalt (Anspieltipp: Spielkind Brüder) der Richtige ist, anklagend den Zeigefinger zu heben ist mehr als fraglich. Und wie die „Künstler“ selbst hier mit Kritik umgehen zeigt bereits die Zahl gelöschter Kommentare auf der Videoseite. Die katholische Vorgehensweise läßt grüßen.

  2. Liebe Maria,

    Musik zu komponieren und zu texten ist ebenso ein Ausdrucksmittel, wie Kommentare in Blogs und bei youtube zu schreiben oder Menschenketten zu organisieren. Solch einen Song zu produzieren kostet Arbeit und Geld, ihn dann bei youtube einzustellen, ist kein „Kasse machen”, da nicht kostenpflichtig für den Nutzer.

    Was sollen also Künstler tun, um ihrem Ärger über „Missetaten” (auch Missgriffe, Missbrauch etc) anzuprangern? Ne Kerze anzünden und im stillen Kämmerlein Gebete sprechen?

  3. Lieber Josef,
    ich verstehe deinen Einwand. Mein Vorwurf des Kasse machens ist angesichts des freien Einstellens bei Youtube nicht haltbar und ich entschuldige mich hiermit dafür.
    Und ich bin mit dir einer Meinung, daß Künstler nicht stillsitzen sollten, sondern aktiv etwas unternehmen sollten. Aber ich erwarte von jedem Künstler der etwas auf sich hält, daß er sich mit dem Thema auseinandersetzt. Angesichts der Berichte der Opfer von gellenden Schreien die nachts durch die Flure hallten, kommt mir ein lapidares „Sage Nein“ einfach nur zynisch vor. Die Opfer sagten nein, geholfen hat es ihnen nichts, weil niemand da war der ihnen glaubte. Weder innerhalb noch ausserhalb der Kirche.

    Meine Kritik richtet sich dagegen, daß hier populistisch gegen die Kirche gewettert wird. Vom Stil her ist das nichts anderes, als wenn ein Herr Westerwelle gegen Hartz4-Bezieher Stimmung macht.

    Ich habe dazu auch einen Kommentar auf der besagten Youtube Seite geschrieben mit dem Ergebnis, daß ich erst wüst beschimpft wurde, die gesamte Kirche als „Verbrechertum“ tituliert wurde und letztendlich meine Kommentare gelöscht wurden. Wenn das der Weg ist wie diese Künstler selbst mit Kritik umgehen unterscheiden sie sich in meinen Augen in diesem Punkt in nichts von den Tätern.
    Was wäre wenn ich eins der Opfer wäre? Was hätte mein Neinsagen gebracht? Beschimpfungen und Hass der Menschen, die von sich behaupten das Beste für mich zu wollen. Sollte ein Künstler nicht in der Lage sein zuzuhören, um seiner Kunst wirklich einen Wert zu geben?

    Frau Eidmann schreibt oben, sie freue sich auf „Anmerkungen und Kommentare“. Das betrifft jedoch offensichtlich nur Lobhudeleien, alles andere wird, zumindest bei Youtube, umgehend gelöscht, zensiert oder niveaulos niedergeknüppelt.

    Von reflektierten Künstlern erwarte ich etwas anderes und bin ehrlich enttäuscht. Und ebendann verstärkt sich mein Verdacht, daß hier nur auf einen Zug aufgesprungen wurde und eine Auseinandersetzung mit dem Thema nicht wirklich gewünscht ist.

    Noch einmal: Ich begrüße es ausdrücklich und halte es für wichtig daß sich auch Künstler mit diesem Thema auseinandersetzen und Stellung beziehen. Aber ändern wird sich an der Situation für bisherige und vor allem kommende Opfer nur etwas wenn ein Dialog entsteht und ein Neinsagendes Kind auch Gehör findet, anstatt vor eine Wand zu laufen. Eine Wand wie sie aus Ignoranz, Kritikunfähgkeit und Oberflächlichkeit ensteht.

  4. Schön, daß Du einsichtig bist, Maria (Kasse machen). Und daß bei youtube Misshelliges gelöscht wird, zeigt, daß manche das Web 2.0 und die dadurch mögliche Interaktion mit den Usern noch nicht ganz verstanden haben

  5. ich frage mich ernsthaft, was dieses Projekt bewegen soll?

    Aufmerksamkeit hat das Thema durch die Medien ja schon genug und ich denke, dass die zuständigen Behörden (hoffentlich) dafür Sorgen, dass die Schuldigen ihre gerechte Strafe erhalten.

    Meiner Meinung nach ist der Song fast schon ein Hohn gegenüber den Opfern, da die Einfachheit des Textes keine nennenswerte Auseinandersetzung mit diesem Thema belegt, dafür ist er zu einfach gestaltet…

    Ausserdem: Welches Mißbrauchsopfer hat denn überhaupt die Möglichkeit NEIN zu sagen?? Gerade im Fall körperlicher Überlegenheit des Täters.

    Ich will nicht behaupten, dass es Unsinn ist sich mit dem Thema über Kust auseinanderzusetzen, aber so wie der Song aufgebaut ist (die Musik ist hierbei meiner Meinung nach durchaus gelungen), fehlt irgendwiewie eine, ich sag jetzt mal intellektuelle Basis gerade was den Text anbelangt.

    In solch schrecklichen Übeltaten wie Kindesmißbrauch hilft ein Song recht wenig, die Gesellschaft hat eine Perversität zu bekämpfen, das Strafmaß für solche Taten halte nicht für ausreichend.

    Alle Menschen die ein so junges Leben derart zerstören gehören meiner Meinung nach an (Text gestrichen…die Red) – sorry aber ich finde keinen treffenderen Satz dafür.

  6. zu meinem letzten satz vom kommi oben möchte ich noch hinzufügen, dass dieser lediglich meinen Hass gegenüber Mißbrauchstätern ausdrückt, bitte nicht mißverstehen, ich bin kein Freund der Todesstrafe.

  7. harryp osmana | 16. April 2010 um 08:09 |

    der sänger hat recht – wenn er in seinen texten über das thema – missbrauch – singt.
    man muss nur den text verstehen können – alle wissen, dass es auch gute kirchenmänner gibt –
    aber den bösen – die, die sich unter diesen mantel der macht verstecken- sollten wissen- dass sie nun beobachtet werden- die, die da meckern, sollten lieber was tun- als kritik zu üben

  8. Hallo Maria….warum schreibst du nicht deinen richtigen Namen. Wir wissen doch dass die Verunglimpfungen von dem Neidhammel schlechthin kommen.Für alle anderen.,,Brüder ist ein Piratenlied.Zu hören auf: http://www.myspace.com/bandspielkind

  9. Sybille | 17. Mai 2010 um 23:45 |

    @ Maria, Kommentar vom 03.05.10: Und ob ein Sänger der bisher durch neonazistische Texte und Aufruf zur Gewalt (Anspieltipp: Spielkind Brüder) der Richtige ist…

    Ich hab mir Brüder angehört. Kann Du mir sagen, was daran Neonazistisch oder Gewaltverherrlichend sein soll?? Das Lied handelt von Piraten*g* Und mal ganz abgesehen davon: Spielkind an sich ist Klasse! Genau wie Ackermann! WENN jemand der Frontmann so einer geilen Band ist….dann ER!

    Von daher: Erst mal Lieder richtig anhöre, liebe Maria!!!

  10. zum thema kasse machen kann ich nur sagen guckt mal auf diese seite:

    http://www.amber-music.de/index.php?type=artist&name=Michael%20Ackermann

    sicher ist es gut, wenn künstler sich mit dem thema auseinandersetzen. aber man sollte sich als künstler schon ausgiebig damit beschäftigen. ein künstler der mir spontan einfällt der das gut umgesetzt hat, wäre Hirbod mit dem Lied Leise oder dem Lied Vater & Tochter.

    die aussage das das thema ja schon aktuell genug ist durch die medien halte ich einfach nur für völlig daneben. zwar greifen die medien das thema mit kirche, schulen etc. gerne mal wieder auf, aber würden sie über jeden fall berichten würde spätestens alle 2 minuten die nächste meldung kommen. und das ist nur mit den offizellen zahlen errechnet, wo eigentlich jeder weiß das die dunkelziffer, sprich die fälle die nie zur anzeige kommen, wo nie drüber gesprochen wird, wesentlich höher sind.

    ich wünschte mir echt, das leute die absolut keine ahnung von dem thema haben, einfach mal sich nicht dazu äussern würden, und ihre weisheiten für sich behalten würden.

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