Finsdorf – Juwel der Heide

von Axel Porsch | Im herannahenden Dezember, wenn in trauter Familienrunde die bunten Ferienkataloge gewälzt werden, dreht sich zwischen Glühwein, Nusskipferln und den weihnachtlichen Geschenken alles um die entscheidende Frage aller Fragen: „Wohin im Urlaub 2010?“.

Zum wiederholten Male in eine türkische 399 € all-inclusive Herberge in der nördlichen Ägäis, etwa in das schöne, von Janosch beschriebene Panama oder diesmal aus ökonomischen und ökologischen Gründen sogar lieber in deutschen Landen bleiben und sich redlich nähren?

Der Tourismusverband Lüneburger Heide (Stadt, Land, Spaß) stellt in seinem aktuellen Programm aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung,  „EFRE – hidden places“, sozusagen einem Nachfolge-Förderprogramm aus der jahrzehntelangen, in Westdeutschland äusserst bewährten „Zonenrandförderung“, Ortschaften an der ehemaligen Demarkationslinie vor und fragt:

„Wie wäre es mit einem beschaulichen Landurlaub in Deutschlands Norden, in der beliebten Heide?“

In der Nähe von Hankensbüttel, Wittingen, im Herzen der Heidmark, liegt das malerische Dörfchen Finsdorf. Ruhe und Beschaulichkeit prägen das Juwel in der Heide, der Lüneburger Heide. Um dieses Urlaubsziel zu promoten, scheute man beim Tourismusverband weder Mühe noch Fördermittel und schaltete in einem reichweitenstarken Privat TV-Kanal einen Spott und engagierte sich mit einer FPP, Fremdenverkehrs-Produkt-Plazierung in einer sogenannten Mockumentary, leider waren entsprechende Verhandlungen mit dem ursprünglich präferierten, in der Region beliebten Heimatsender NDR nicht zielführend, da deren Haus-Justitiare zur Zeit mit anderen Tatorten zu tun haben.

Den Erholungsuchenden erwarten (ob allein reisend oder einen Familienurlaub planend) in Finsdorf vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Idyllische Wandertouren führen entlang der Autobahn und über die weitläufigen Wiesen, von denen die 20 Hektar grosse Finsdorfer Futterwiese zu den grössten Weidegraswiesen in Deutschland zählt. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Das Familien- und auch das Vereinsleben funktionieren noch. Zum Beispiel der Schützenverein Finsdorf mit dem beliebten „Vögelschiessen“ (melden bei Eberhard Plüfke, Erster Waffenwart).

Eine Halbtagesfahrt mit dem E-Bike entfernt liegt das Otterzentrum Hankensbüttel. Informationen zu selten gewordenen Tieren sowie ihren Lebensräumen werden auf spannende Art und Weise vermittelt. Dabei steht der Spaß am Erleben der Natur an erster Stelle. Wo hat man sonst schon Gelegenheit, den Fischotter und seine nächsten Verwandten, den Dachs, den Iltis, den Stein- und Baummarder und das flinke Hermelin in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten?

Aber zurück nach Finsdorf. Der abendliche Schoppen wird im Kreise der Dorfgemeinschaft von Finsdorf zum unvergesslichen Erlebnis. Die Kraut- und Rübensaison 2009 mit der alljährlichen Wahl des Runkelrübenkönigs und der Zuckerrübenkönigin ist ja nun bereits vorüber, aber durchaus ein saisonales Highlight für 2010, 2011, 2012…

Unweit der Hotelpension Detlef, mitten im Ortskern, liegt das gutbürgerliche, gemütliche Wirtshaus, wo man sich gern mal einen Finsdorfer Doppeldecker, ein frisch gezapftes Pils mit einem Flämiger Jagdbitter gönnt. Seit im September 2009 eine japanische Reisegruppe auf der Busreise von Berlin nach Hamburg bei Detlef logierte und im Wirtshaus ein fröhliches Fest feierte, werden zu besonderen Anlässen (also an jedem Wochenende) auch einige Gläschen Sake getrunken.

Die Dorfbewohner von Finsdorf erwarten mit grosser Ungeduld eine weitere Ladung aus Japan, dem Land der aufgehenden Sonne. Die Deutschlandpremiere des legendären, exclusiven Sake Champagners aus dem Hause Nagaishuzo soll zu Weihnachten in Finsdorf zelebriert werden.

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