Abgewatscht, Jack muss jetzt draussen spielen

bitte_draussen_bleiben

von William Oswald | Wohl selten ist der Claim eines Werbetreibenden so punktgenau in der Realität angekommen. Ja, Jacky ist nun  „Draussen zu Hause“. Kürzlich fühlte sich die Jack Wolfskin Ausrüstung Für Draussen GmbH & Co. KGaA, das Outdoor-Label aus Idstein im Taunus bedroht.

Nicht von Jägern, Bären oder Utopia (sehr bemerkenswerter Artikel zum Thema Umweltaspekte bei JW Produkten), sondern von mehreren heimwerkelnden Händler/Innen, die ihre Produkte bei Dawanda.de vermarkteten. Die Idsteiner waren der Ansicht, dass z.B. 4 niedliche Katzenpfötchen auf einem Pulli den Markenkern und den Markenschutz von Firma Wolfshaut nachhaltig schädigen würden, bangten vermutlich um ihren Umsatz und schickten Dienstleister aus dem Bereich Juristerei auf den Wolfspfad nach Berlin zu Dawanda. Die wollten sich auf keine Händel einlassen und forderten einige Shopbetreiber auf, die Waren zu entfernen.

Damit aber nicht genug. Statt die Händler/Innen freundlich zu kontaktieren – hier gäbe es z.B. die Auswahl zwischen Telefonat, Mail, Brief – auf den von JW vermuteten/behaupteten Markenrechtsverstoss hinzuweisen und um Entfernung der Artikel zu bitten, kommt gleich mal eine Abmahnung mit Kostennote.

Solche Usancen brachten natürlich netzpolitik.org und werbeblogger.de auf den Gedanken, dies zu thematisieren und zur Diskussion zu stellen. Die breite Resonanz, auch in anderen Foren, lässt vermuten, dass Jack Wolfskin mittelfristig einige 100.000 € an potentiellem Umsatz verlieren wird.

Inzwischen sind auch Spiegel Online, die taz und Focus Online aufmerksam geworden. Auch hier sprechen die Kommentare der Leser/Innen eine deutliche Sprache.

Jack Wolfskin erlebt einen PR Super-Gau ohne Beispiel. Ob es wohl in Idstein ein paar subalterne Angestellte gibt, die Ihren Bossen vorzurechnen versuchen, was für einem „Media-Wert“ diese „Berichte“ entsprechen oder werden im Taunus in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit gerade Kündigungsschreiben  verteilt? – aber bitte dabei nicht die Kanzlei in Hamburg vergessen.

Ralf Schwartz hat in seinem Blog gerade sehr schön beschrieben, wie wohl 3 Weihnachtsgeschenke für einen CEO aussehen könnten, der schon alles hat: typepad.com

Weiteren Foren, die sich dem Thema widmen, gibt es z.B. bei BlickBerlin.de


1 Kommentar zu "Abgewatscht, Jack muss jetzt draussen spielen"

  1. „Jack Wolfskin – Dies ist erst der Anfang“
    Die Bären-Community hat Ärger mit JW:

    http://skorpionstich.wordpress.com/2009/10/22/jack-wolfskin-dies-ist-erst-der-anfang/

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